Reiseführer MeckPomm

Understatement pur – Außen Platte, innen Herrenhaus

 

Eine an zwei Orten versunkene Stadt, ein verschwundenes Schloss und ein UFO in den Dünen: Mecklenburg-Vorpommerns architektonische Sehenswürdigkeiten sind nicht immer leicht zu finden. Dennoch ist das Land, das für seine Seen, Wälder, Alleen und Strände bekannt ist, reich an baulichen Überraschungen.
Von einem beliebigen Ort in Mecklenburg-Vorpommern braucht man durchschnittlich nur 3,5 Kilometer zu gehen, um vor einem Schloss oder Gutshaus zu stehen. Über 2.000 Herrenhäuser verteilen sich auf ca. 20.000 Quadratkilometer, das bedeutet eine „Gutshaus- und Schlösserdichte“, wie sie in Europa ihresgleichen sucht. Für den Tourismus bedauerlich ist die Tatsache, dass die Prachtbauten in Nordostdeutschland national wie international bei Weitem nicht den ihnen gebührenden Bekanntheitsgrad erreicht haben. Ein Imageproblem, das typisch ist für Land und Leute. Man mag es wohlgesinnt als Bescheidenheit auslegen, oft ist es aber das mit Armut und Zurückhaltung gepaarte Weltfremde, das es Mecklenburg-Vorpommern schwer macht, auch überregional positiv wahrgenommen zu werden. „Near Berlin and Hamburg“, versuche ich im Urlaub meine Heimat verzweifelt zu lokalisieren. Das leise lächelnde Nicken meines Gegenüber lässt mich noch ein „at the Baltic Sea“ hinzufügen, doch da ist bereits klar, dass ihn auch sein kommender Deutschlandbesuch eher nach Neuschwanstein, Heidelberg oder Dresden führen wird.

 

Was gibt es in Mecklenburg-Vorpommern zu sehen gibt? Mehr als Backsteingotik! Die aber auch.

 

 

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